Botanischer Blindengarten Radeberg begeht 30-jähriges Jubiläum
Von der Hand in den Mund – Feierliche Eröffnung des neuen Naschgartens:
Ein deutschlandweit einmaliger Ort zum Fühlen, Riechen, Schmecken und Entdecken.

Mit der feierlichen Eröffnung des neuen Naschgartens hat der Botanische Blindengarten Radeberg am 6. September 2026 sein 30-jähriges Jubiläum eingeläutet. Zahlreiche Gäste folgten der Einladung, den besonderen Garten mit allen Sinnen zu erleben und die neu gestaltete Fläche zu entdecken. Wo zuvor eine Brache lag, lädt künftig der Naschgarten dazu ein, vertraute Nascherlebnisse wiederzuentdecken und neue Geschmackserfahrungen zu sammeln. Denn der Botanische Blindengarten ist weit mehr als ein Garten zum Anschauen. Hier wird gefühlt, gerochen, gehört und geschmeckt.
Seit drei Jahrzehnten steht der Botanische Blindengarten für gelebte Inklusion und Begegnung. Taubblinde Menschen arbeiten hier mit, bewegen sich selbstständig durch den Garten und treffen Freunde. Der Garten zeigt damit beispielhaft, wie Natur für Menschen mit unterschiedlichen Wahrnehmungsmöglichkeiten zugänglich und erlebbar gestaltet werden kann.
Gegründet und maßgeblich gestaltet wurde der Garten vor 30 Jahren von der blinden Pastorin Ruth Zacharias gemeinsam mit dem Landschaftsarchitekturbüro Damaschek. Was damals als außergewöhnliches Gartenprojekt begann, hat sich zu einem einzigartigen Ort der Begegnung entwickelt. Die Eröffnung des Naschgartens knüpft an diese Idee an und führt sie zugleich weiter.
Auch Lars Rohwer (MdB) zeigte sich bei seinem Besuch beeindruckt. Der Botanische Blindengarten sei ein wunderbarer Ort, der noch deutlich bekannter werden müsse. Axel Keul, Geschäftsführer des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Sachsen e. V., würdigte den Garten als einmaligen Ort. Er hob besonders hervor, wie wichtig u.a. das Engagement des sächsischen Mitgliedsbetriebs Christof & Christoph – „naturnahe Gärten mit Herz“ Pröger & Altmann GbR (Neustadt in Sachsen) für die Weiterentwicklung des Gartens sei. Mit ihrem Einsatz bei der Umsetzung des Nachgartens hat das Unternehmen einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, den gesamten Garten weiterzuentwickeln. Für Christoph Pröger schloss sich mit der Eröffnung des Naschgartens ein persönlicher Kreis. Seine erste Begegnung mit dem Taubblindengarten liegt bereits in seiner Zeit als Zivildienstleistender zurück. Aus dieser ersten Berührung mit dem Garten entwickelte sich über die Jahre eine dauerhafte Verbundenheit und ein persönliches Engagement für diesen außergewöhnlichen Ort. Ein sichtbares Zeichen dieser Verbundenheit setzten Christoph Pröger, Christof Altmann und Axel Keul mit der gemeinsamen Pflanzung eines Holunders zur Eröffnung des Naschgartens. Der Holunder steht traditionell für Schutz und Verbundenheit und passt damit zu einem Ort, der Menschen zusammenbringt, Begegnung ermöglicht und Inklusion lebt.
Mit dem neuen Naschgarten ist der Botanische Blindengarten um einen weiteren Erlebnisraum reicher. Sein 30-jähriges Jubiläum bietet zugleich Anlass, auf das bisher Erreichte zurückzublicken und den Blick nach vorn zu richten. Wer den Garten besuchen will, hat dazu immer am letzten Sonntag im April beim „Tag der offenen Tür“ und am ersten Sonntag im September beim „Gartenfest“ die Gelegenheit.
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